Wie erkenne ich eine Spastik?Was ist eine Spastik, Spasmus oder Spastizität?

Definition Spastik

Was ist Spastik, spastische Lähmung, Spasmus oder Spastizität?

Die Begriffe Spastik, spastische Lähmung, Spasmus oder Spastizität werden häufig synonym verwendet und unterscheiden sich nicht. Das Wort Spastik kommt vom griechischen Wort spasmós (Spasmus), was «Krampf» bedeutet. Normalerweise arbeiten unsere Muskeln bei jeder Bewegung im Einklang, doch bei einer spastischen Lähmung ist dieses Zusammenspiel gestört, wodurch die Muskelspannung auf einmal unkontrolliert zunehmen kann. Dies bezeichnet man auch als spastischen Hypertonus. Einfache Bewegungen können schwierig oder unmöglich werden, da ein häufiger oder konstanter Anstieg der Muskelspannung zu Muskelsteifheit und eingeschränkter allgemeiner Beweglichkeit führen kann. Auch Muskeln in Ruhestellung, die normalerweise nicht aktiv sind, können einbezogen werden. Dadurch können schmerzhafte Haltungen auftreten, die die Lebensqualität beeinträchtigen.

Spasmen können sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten. In der Schweiz erleiden jährlich ca. 16‘000 Patienten einen Hirnschlag. Es wird angenommen, dass 10-38 % der Überlebenden eines Schlaganfalls innerhalb eines Jahres nach dem ersten Schlaganfall an einer Spastik leiden und rund 1’700 Menschen von einer schweren Form von Spastik oder Spasmus betroffen sind.

Ist Spastik eine Krankheit?

Eine Spastik ist keine Krankheit, sondern ein Symptom (Krankheitszeichen). Der Spasmus ist dabei die Konsequenz einer Schädigung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), wie zum Beispiel nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder Schlaganfall. Für Spastik-Betroffene kann dies mit schweren Bewegungseinschränkungen und starken Schmerzen im Alltag einhergehen.

Spastik ist nicht gleich Spastik

Muskelspasmen können in unterschiedlichem Ausmass und mit verschiedenen Begleiterscheinungen auftreten. Das hat damit zu tun, in welchem Umfang die Gehirnbereiche betroffen sind und das Rückenmark geschädigt ist. Eine Spastik kann sich als leichte Muskelsteifheit mit geringen Bewegungseinschränkungen oder als dauerhafte Muskelkrämpfe mit starken Einschränkungen bis hin zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit äussern. Da eine Muskelspastik mit eingeschränkter Beweglichkeit einhergeht, wird sie auch als spastische Lähmung oder spastische Parese bezeichnet.

Spastisches Syndrom

Eine Spastik kann einzelne Muskeln oder ganze Körperregionen betreffen. Wenn die Spastik lokalisiert ist, wird sie als fokale Spastik bezeichnet, und wenn alle Extremitäten betroffen sind, spricht man von generalisierter Spastik. Die von der Spastik betroffenen Bereiche sind in der folgenden Liste aufgeführt:

Definition

Betroffene Bereiche

MonospastikEin Bein oder ein Arm
ParaspastikBeide Arme oder Beine
HemispastikJe ein Arm und ein Bein einer Körperseite (halbseitige spastische Lähmung)
TetraspastikBeide Beine und Arme. Je nach Ausprägung auch die Hals- und Rumpfmuskulatur (Ganzkörper-Spastik)

 

Die Spastik Symptome sind abhängig davon, wie stark und wo das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) geschädigt ist. Die daraus resultierenden funktionellen Beeinträchtigungen können somit von einer nur geringfügigen Einschränkung der Bewegungsfreiheit bis hin zur völligen körperlichen Behinderung variieren.